Boos - Zeittafel
 
Wappen von Boos
Zeittafel

 

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ca. 700
bis 600 v.Chr.
Die Kelten besiedeln die Gegend
ca. 200 v.Chr. Herstellung des Schwertes, das bei den Drei Höfen gefunden wurde.
15 v.Chr. Die Römer besetzen die Gegend durch Feldzüge von Drusus und Tiberius.
ab 260/285 n.Chr. Die Iller (Donau-Iller-Rhein-Limes) wird Grenze des römischen Reiches.
Boos is daher im Grenzgebiet.
297 n.Chr. Die Römer beginnen mit dem Bau des Kastells in Kellmünz
369 n.Chr. In Memmingen wird von mehreren starken Erdbeben berichtet.
ab 401 n.Chr. Beginn des Abzugs römischer Legionen.
ca. 470 n.Chr. Die letzten römischen Einheiten verlassen die Gegend.
ca. 500 n.Chr. Die Gegend wird Teil des fränkischen Reiches.
ab ca. 525 n.Chr. Besiedlung durch die Alemannen/Sueben, einem germanischen Stamm
um 660 n.Chr. Öl, Sardellen, Pfeffer, Kostwurzel (wahrscheinlich Ingwer) anstatt des Zuckers, Nägel, Zimt, Mastix, Datteln und Mandeln werden eingeführt/importiert.
Man pflanzt Hanf, Flachs, Kraut, Gartenobst, und sogar Wein an;
Man lernte auch Kalk brennen. Bäcker standen in hoher Achtung. Frauen webten Leinen.
Anstatt der alten Alltagshütten, gab es nun auch Wohnhäuser, meist aus Holz.
ca. 800 n.Chr. Laut Schautafel im Atrium des Verwaltungsgebäudes und Website der VG:
Erste urkundliche Erwähnung als Besitz Kaiser Karls des Großen.
1054 Das Bestehen eines Ortsadels wird erwähnt.
1084 Der Ottobeurer Mönch Feyerabend schreibt in seiner Chronik für dieses Jahr:
Das Dorf Boos gehörte damals einigen Kriegs- und Dienstleuten, welche dasselbe vermuthlich von dem Stifte Kempten zu Lehen trugen.
1100 Ochsenhausen gehört zur Grafschaft des Hartmans von Boos (möglicherweise aus der Grafschaft Kirchberg).
1176 Friedrich und Dietrich von Boos erscheinen in einer Liste von Empfängern von Lehensgütern, auch Vasallen genannt, des Ottobuerer Klosters. Als solche mussten sie nur jährliche Lehengebühr an das Kloster zahlen, aber dem Kaiser keine Kriegsdienste leisten.
1196 Swiger von Aichen [Illereichen?] verfügt in einer Stiftung, dass eine Hube [d.h. ein Bauernhof] in Boos jährlich am Johannes-Tag die Klostergemeinde in Ottobeuren mit einer vollständigen Mahlzeit zu bedienen hat.
Anfang 13. Jahrh. Zu dieser Zeit waren die Ritter (Diepold?) von Boos (Ottobeurer Dienstmannen), das Stift Ottobeuren, die Herren von Eichheim und die Herren von Eisenburg (Meierhof?) in Boos begütert.
Nach dem Aussterben der Ritter von Boos kam der Ort Boos nahezu geschlossen an die Herren von Rychen aus Reichau.
1246 Konrad von Boos hat vom Ottobeurer Stift "mehrere Lehen in Benningen, eine halbe Hube [Bauernhof] zu Gottsalmannshofen, jetzt auf den Weilern genannt, und den vierten Theil einer Hube zu Rudungsried, jetzt im Knaussen genannt."
14. Jahrh. Erste Ursprünge der Kirche St. Martin
1315 Hainricus de Richowe/Heinrich von Reichau stiftet das Frühmeßbenefizium zu Boos.
1342 Die Hochgerichtsbarkeit über Boos kommt zum Landgericht Marstetten (bei Aitrach), das bis 1458 in Memmingen tagt.
1349 Der Pest fallen ein Drittel aller Menschen zum Opfer. In Memmingen, damals noch eine kleine Stadt, sterben 2070 Bewohner.
1371 Das Fürststift Kempten ist als Oberlehensherr in Boos nachweisbar:
Die Ritter von Freiberg sind als Vasallen des Stifts Kempten Ortsherren von Boos.
1403 Die Memminger Bürger Hans Egloffer d.J. (Memminger Bürgermeister) und Merk (Märck) Zwicker kaufen die Ortsherrschaftsrechte über Boos und Unterreichau (?? "Burgstall") von den Rittern von Freiberg.
Boos gehört dadurch zwar dem Stift Kempten, aber die Herrschaft ist jetzt wieder geteilt (in Egloffer und Zwicker).
1405 Merk/Märk Zwicker verkauft seinen Anteil an an Konrad Ammann aus Memmingen.
1409 Konrad Ammann verkauft seinen Teil an Hans Egloffer's Witwe Ursula Egloffer (Ursula von Kempten).
Die Herrschaft ist dadurch wieder vereinigt.
1415 Erste urkundliche Erwähnung des Meierhofes (Hs. Nr. 50: später Anwander):
Sytzen Jäger aus Memmingen kauft von Heinrich (V.) von Eisenburg den Meierhof mit den Zehnten und zwei Sölden und den dazugehörigen Eigenleuten.
1435 Ursula Egloffers Schwiegersohn Wilhelm Besserer (* ca. 1388 in Ulm, Mann von Elisabeth Egloffer, *ca. 1391) aus Memmingen ist Ortsherr.
1455 Oswald Hutter von Memmingen wird vom Kemptner Abt mit dem Meierhof belehnt.
Noch im gleichen Jahr gelangt der Meierhof in den Besitz des Memminger Oberhospitals, in dessen Hand er bis zur Säkularisation verblieb.
1457 Der Burgstall Boos wird das erste mal erwähnt.
1457 Bei der Erbteilung der Familie Besserer fällt Boos und Teile von Reichau (Berg Reichau) an Wilhelms Sohn Hans Besserer (* ca. 1410). Dessen mit Otto Wespach verheiratete Schwester Ursula (* ca. 1421) erhielt u.a. Güter zu Boos.
1467 Die Herren von Rechberg schulden seit 1458 den Besserern 800 fl. und müssen diesen dafür das Jagdrecht im Booser Hart überlassen.
1481 Das Landgericht Marstetten tagt von nun an in Weißenhorn.
1489 Die Hochgerichtsbarkeit über Boos des Landgerichts Marstetten endet durch dessen Verfall.
In der darauffolgenden unklaren Situation entsteht die "Freie Pirsch" auf dem "Booser Hart", die anfänglich von Aitrach bis Kirchberg, von Wolfertschwenden bis Illereichen und von Haslach bis Sontheim reichte, jedoch noch im Verlauf des 15. Jahrhunderts stark schrumpfte und sich jedoch im Norden noch von der Iller über Babenhausen bis zur Günz erstreckte; bayerische Einverleibungsversuche verwarf 1489 der Kaiser
zwischen 1492
und 1508
Der Ottobeurer Abt Matthäus "vererbt" während seiner Regierung (von 1492 bis 1508) einen Hof zu Boos an Johann Besserer.
1497 Nach Hans Besserers Tod wird Boos aufgeteilt an seinen Sohn Hans d.J. Besserer (* ca. 1460) und seinen Schwiegersohn Hans d.Ä. Stebenhaber (* 1446, Mann seiner Tochter Barbara, *ca. 1455),
möglicherweise auch an Jacob Ettlinstett, Hans' Bruder Wilhelm Besserer (*ca. 1419) und dem Elisabethenkloster in Memmingen.
1503 Hans d.J. Besserer stirbt kinderlos.
Seine Besitzungen in Boos und Reichhau gehen and Hans Stebenhaber
1510/13 Hans Stebenhabers (gest. 7.3.1512) Besitz in Boos und Unterrreichau geht durch Erbteilung an Hans d.J. Stebenhaber (* ca. 1498).
9?.7.1525 Truchseß Georg von Waldburg ("Bauernjörg") schlägt in Boos sein Nachtlager auf, nachdem seine Truppen an diesem Tag Kettershausen, Oberroth und Osterberg geplündert und teilweise gebrandschatzt hatten.
1529 Die Hochgerichtsbarkeit über Boos liegt spätestens jetz beim Ortsherren.
1538/39 20.12.1538: Anton, Graf (seit 1526) Fugger kauft die Lehenschaft über Schloß und Markt Babenhausen von Herzog Ulrich von Württemberg.
1539: Anton erwirbt den Besitz Babenhausen von den Brüdern Jörg von Rechberg zu Kellmünz und Gaudenz von Rechberg zu Osterberg.
1550 Hans d.J. Stebenhaber stirbt kinderlos.
Sein Bruder Ludwig Stebenhaber (*ca. 1475) vereinigt Boos wieder (durch Kauf des Teils seiner Groß-Tante Ursula Besserer?)
1551 bis 1848 Die Fugger herrschen für 255 Jahre in Boos (von 1551 bis 1806),
davon 157 Jahre (von 1620 bis 1777) mit einer eigenen Booser Linie.
Sie besitzen Boos für 296 Jahre (von 1552 bis 1848):

1551: Anton, Graf Fugger (geboren 10.06.1493 in Augsburg) kauft die Herrschaft Boos (inkl. Unterreichau), mitsamt Orwang, für 29,000 fl. von Ludwig Stebenhaber.
1552: Anton Fugger löst die Kemptener Lehenoberhoheit ab.
Boos ist dadurch nicht mehr im Besitz des Stiftes Kempten.
1560: Anton Fugger stirbt und wird in Babenhausen begraben.
Sein Sohn Jakob, Freiherr Fugger übernimmt als 18-jähriger die Herrschaft zu Babenhausen und Boos.

1562/80 Der Hof Marxenbauer (1562) und die Höfe Sammesbauer und Sammes-Toni (1580) sind nachweislich im Besitz der jeweiligen Kartheininger- bzw. Schlichting-Familie.
  1575: Die Söhne Antons teilen die Erbschaft.
Jakob begründet damit die Babenhauser und Booser Linie.
1584 erscheint Boos mit Schreibweise "Booß" in einer Güterbewertung der Fugger-Babenhausen.
1598: Jakob Fugger, Herr zu Babenhausen, Wellenburg und Boos, stirbt
und wird in Babenhausen begraben.
Sein Sohn Maximilian, Freiherr Fugger übernimmt die Herrschaft zu Boos.
1620: Die Brüder Georg, Johann d.Ä., Hieronymus und Maximilian erhalten den Grafentitel.
1620 Das Erbe Jakobs wird geteilt, d.h. die Booser Fugger Linie entsteht.
Maximilian übernimmt die Herrschaft zu Babenhausen durch Tausch mit seinem älteren Bruder Johann/Hans (der Ältere), Graf Fugger, der dadurch als Herr zu Boos die unabhängige Booser Linie begründet.
1633: Johann/Hans (der Ältere) stirbt.
Sein Sohn Johann (der Jüngere) wird Herr zu Boos, Heimertingen, Pleß, Leeder.
1635 Die Schweden verwüsten die Dörfer und rauben die Bewohner aus. Dazu kommt Hunger und Seuchen. Viele Meschen sterben oder wandern in die Schweiz aus.
Während einer Hungerszeit ißt eine Booser Frau ihr eigenes Kind. Eine andere wird vom Pfarrer aus dem Dorf gejagt, da sie sonst ihre eigenen Kinder getötet und gegessen hätte.
  1663: Johann/Hans (der Jüngere) stirbt kinderlos.
Die Herrschaft zu Boos fällt an seinen älteren Bruder Johann Franz, Graf Fugger und ist damit für kurze Zeit wieder mit der Babenhauser Linie vereinigt.
1668: Johann Franz stirbt.
Sein 10-jähriger Sohn Johann Rudolf, Graf Fugger wird Herr zu Boos, Heimertingen und Pleß.
1687 Durch eine große Feuersbrunst in Boos gerät Johann Rudolf in großen Finanzbedarf und leiht sich von den Gemeinden Babenhausen, Kettershausen und anderen dazu gehörigen Orten 2.000 fl.
  1696: Johann Rudolfs 13-jähriger Sohn Rupert Josef Anton, geboren in Boos,
übernimmt die Herrschaft in Babenhausen, da Johann Rudolfs älterer Bruder kinderlos stirbt.
1693: Johann Rudolf stirbt und wird in Boos begraben.
Sein 2-jähriger Sohn Johann Jakob, Graf Fugger (in Boos geboren) wird Herr zu Boos, Heimertingen und Pleß.
1758: Johann Jakobs Neffe Franz Carl (Sohn von Rupert Josef Anton), Herr zu Babenhausen stirbt kinderlos.
Die Babenhauser Herrschaft fällt zu Johann Jakob.
1759: Johann Jakobs stirbt und wird in Boos begraben
Sein Sohn Anselm Victorian (1729 geboren in Babenhausen) bekommt die Herrschaft zu Babenhausen.
Sein Sohn Christoph Moritz, Graf Fugger wird Herr zu Boos.
ca. 1765 Die Kartoffel wird in der Gegend eingeführt: In Winterrieden wird ab 1768 ein Kartoffelzehent erhoben.
  1777: Christoph Moritz stirbt kinderlos.
Sein älterer Bruder Anselm Victorian, Graf Fugger übernimmt auch die Herrschaft zu Boos.
1777 Die Booser Fuggerlinie endet dadurch, dass Anselm Victorian aus der Booser Linie die Herrschaften von Babenhausen und Boos in einer Linie vereinigt, d.h. sie sind zwar weiterhin eigenständige Herrschaften, werden von nun an nicht mehr getrennt vererbt, sondern gemeinsam.
1793: Anselm Victorian stirbt.
Sein Sohn Anselm Maria, Graf Fugger wird Herr zu Babenhausen, Boos, etc.
1803: Fürstenstand unter Erhebung der reichsunmittelbaren Besitzungen Babenhausen Boos und Kettershausen zu einem reichsunmittelbaren Fürstentum durch Kaiser Franz II. in Wien.
Anselm Victoria wird damit zum Ersten Fürsten des Fürstentums Babenhausen.
Boos ist nicht mehr reichsunmittelbare Besitzung, sondern Teil des Fürstentums Babenhausen, das eine Enklave im Königreich Bayern bildet.
1806: Nach der österreichischen Niederlage überläßt das siegreiche Frankreich das Fürstentum dem jungen Königreich Bayern.
Die bayerische Landesdirektion übernimmt Babenhausen und bald danach Boos.
Das Königreich Bayern erhält dadurch die Gesetzgebung, die hohe Gerichtsbarkeit sowie die Steuer-, Militär- und Polizeihoheit. Lediglich die niedere Gerichtsbarkeit und die Grundherrschaft verblieb dem fürstlich-fuggerschen Herrschaftsgericht.
1809: Die gesamte Justiz-Verwaltung wurde dem bayerischen Staat abgetreten (unter der Bedingung, dass die Beamten übernommen würden - inklusive des Booser Nachrichters, d.h. Scharfrichters), welcher dieselbe durch ein königliches Landgericht zu Babenhausen verwalten ließ.
1813: Die Herrschafts-Gerichtsbarkeit für das Fürstentum Babenhausen (das Boos beinhaltet), wird an die Fugger zurückerstattet, in Boos mit Ausnahme der Häuser Nr. 94,95,98. (diese zum kgl. Appellationsgericht Neuburg)
1821: Anselm Maria stirbt.
Sein Sohn Anton Anselm wird 2. Fürst Fugger von Babenhausen.
1819 Zum Steuerdistrikt Boos gehören: Boos (Pfarrdorf und Schloß), Kohlwald (Einöde), Pleß (Pfarrdorf), Ober- und Unterreichau (Dorf mit Kuratie, und dabei gelegenem Weiler).
1825 Laut einer Statistik des Bistums Augsburg hat Boos (im Landkapitel Otttobeuren):
647 Seelen (Reichau hat 282 Seelen)
(zum Vergleich andere katholische Orte in der Gegend:
Memmingen 665, Amendingen 1282, Buxheim 490, Heimertingen 612, Niederrieden 480 (2 Priester), Ottobeuren 2564, Pleß 801 (2 Priester)
4 Priester:
Pfarrer Ludwig Alois Lang aus Babenhausen, Prämonstratenser
Frühmeßbenefiziat Narziß Wengle aus Aletshausenr
Kaplan Cyprian Haag aus Amendingen
Hilfspriester Jakob Lang aus Babenhausen, Prämonstratenser
Auf dem Hof Kohlwald (inzwischen abgegangen) wohnen 11 Menoniten.
  1836: Anton Anselm stirbt.
Sein 9-jähriger Sohn Leopold wird 3. Fürst Fugger von Babenhausen.
1848 Die weltliche Herrschaft der Fugger endet durch die Einführung der bay. Kommunalverwaltung
Die Fürstenhaus Fugger von Babenhausen behält jedoch bis heute einige kirchliche Patronats-Rechte.
1865: Leopold stirbt kinderlos.
Sein jüngerer Bruder Karl Ludwig wird 4. Fürst Fugger von Babenhausen.
1906: Karl Ludwig stirbt.
Sein Sohn Karl wird 5. Fürst Fugger von Babenhausen.
1925: Karl stirbt.
Sein Sohn Georg wird 6. Fürst Fugger von Babenhausen.
1934: Georg stirbt.
Sein Sohn Friedrich Carl wird 7. Fürst Fugger von Babenhausen.
Er heiratet Gunilla, Gräfin Bielke.
1979: Friedrich Carl stirbt.
Sein Sohn Hubertus wird 8. Fürst Fugger von Babenhausen.
Er heiratet Alexandra, Prinzessin zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg.
1853 bis 1854 Sebastian Kneipp wirkt als Kaplan in Boos.
1870 Gründung der Brauerei. www.klausehm.de/Pag2858.html
1902 Gründung der Lehr- und Versuchsanstalt für Weichkäserei und Butterbereitung in Boos des Milchwirtschaftlichen Vereins im Allgäu in Kempten
1938 Neubau der Molkerei Lehr- und Versuchsanstalt
1975 Reichau schließt sich Boos an.